Extrem! Testreihe: Strassenbelag und Ärzte
Wir legen uns ja richtig ins Zeug um Australien für Euch auf Herz und Nieren zu testen, suchen eine Wohnung, Arbeit und besichtigen Sehenswürdigkeiten. Heute der erste Teil der Extrem! Tests.
Gegenstand der Untersuchung war heute zum ersten der Strassenbelag auf der Anzac Bridge. Als Messgeräte habe ich ein paar Quadratzentimeter Haut, das linke und rechte Handgelenk, linken Ellbogen und rechtes Knie sowie mein Fahrrad zur Verfügung gestellt. Die Wetterbedingungen waren hervorragend, nach gestrigem Regenguss war die Fahrbahn trocken, bei sonnigen 24°C, leichtem Wind und vereinzelter Bewölkung. Die heutigenLuftdruckwerte mögen einen Einfluß auf Bereifung haben, werden aus Gründen der Vereinfachung des Modells und aufgrund nichtgeplanter Wiederholung der Versuchsreihen ignoriert.
Die Versuchsreihe hatte exakt n=1 ungeplante Tests.
Versuchsablauf: der Proband/Testfahrer fährt die Anzac-Bridge – Verbindung zwischen Darling Harbour und Balmain in Sydney, Australien – nach dem Scheitelpunkt zügig abwärts mit geschätzten 30-40 km/h (Anmerkung des Testfahrers: gefühlte 60 mindestens! Heute war ich fit und motiviert vom Bikefilmfestival am Wochenende) – um dann kurz vor der Umfahrung eines kleinen Rastplatzes (Anmerkung des Testfahrers: Saudämliche Platzierung des Teils) auf 10-20 km/h herunterzubremsen. Der Testfahrer wird angewiesen so spät wie möglich zu bremsen um die maximalen vertikalen Negativbeschleunigungen (umgangssprachlich: Bremsen) von a=-5000m/s² (also nur ungefähr) zu ermöglichen. Er wird des weiteren angewiesen, die eine Kante/Fahrbahnunebenheit mitzunehmen um kurzzeitig eine Umwandlung von positiver horizontaler in negative vertikale Beschleunigung (umgangssprachlich: Abheben) zu ermöglichen.
Deterministisch vorausgesagter Ablauf: der Testfahrer wird aufgrund der verschiedenen negativen Beschleunigungen die Balance verlieren und von den Pedalen und Sattel rutschen. Die leichte Verlagerung des Gewichtes nach vorn wird das fragile Gleichgewicht des Gesamtsystems Fahhrad stören und das abheben des Hinterrades verstärken. Die bei weitem unterschnittlichen Reaktionsfähigkeiten und Anpassungen des Testfahrers an den Bewegungsablauf “Hochgeschwindigkeitsfahrradfahren” werden die in Sekundbruchteilen stattfindenden Abläufe nicht umkehren können. Vorausgesagt wird ein formidabler Abflug über den Lenker, Punktlandung auf dem rechten Knie mit grossflächigen und tiefen Abschürfungen, dem linken Ellenbogen und Handballen mit ebenfalls tiefschürfenden (hahaha, der gilt!!!) Veränderungen der Struktur des Hautgewebes (durch Abtragen, nicht zu verwechseln mit Deflation (nicht Defloration), dem äolischen Vorgang des flächigen Abtragens durch Wind) sowie leichten Verletzungen an rechtem Ohr und nicht zu bestimmender Verletzungen des rechten Handgelenks (Es liegen keine Werte über die Knochenbeschaffenheit des Probanden vor).
Ergebnis: Hurra, es lebe der Determinismus. Genauso ist es passiert! Verrückt
Anmerkung des Probanden: Alles nur halb so wild, morgen wird nochmal zur Sicherheit das rechte Handgelenk geröntgt und Tetanus geiimpft. Ansonsten nur Schrammen und (ordentlich) Abschürfungen. Glimpflich, da Helmpflicht und Radweg zu dem Zeitpunkt.
Test Nummer zwei: Arztpraxen und Behandlung in Australien – da ich leider keine Medicare habe, durfte ich die AUD60 beim Medical Centre in Bondi Junction erstmal selber blechen, bekomme die dann aber von meiner Krankenversicherung (Tarif: Expatriat 36/60 vom BDAE – Bund Deutscher im Ausland Erwerbstätiger) erstattet. Da ich fürs Röntgen eine Überweisung brauche, hat mich erstmal eine osteuropäische und sehr gehetzte Ärztin untersucht und grob Entwarnung gegeben (wie ich vermutet hatte, denn ich konnte trotz Schmerzen die Hand komplett bewegen). Überweisung zum Röntgen (nochmal AUD40) für morgen und dann auch gleich noch Tetanusimpfung. Danke, ich mag keine Spritzen. Aber: Selber Schuld! Oder wie Carmen zu sagen beliebt: Mach mal nicht die Pfanne verückt…