Allgemeines
Aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen beziehen wir uns hier hauptsächlich auf die Eastern Suburbs. Der Grossteil der Informationen sollte jedoch allgemein gültig sein.
Der Wohnungsmarkt für Mieter soll derzeit (Stand 11/2007) recht eng sein, da der Grossteil der Immobilien gekauft wird. Nichtsdestotrotz ist immer noch etwas zu finden, auch wenn manchmal etwas Glück dazugehört. Wir haben uns auf die Eastern Suburbs konzentriert und auf eine Wohnungsgrösse von 2 Schlafzimmern. Wohnungsgrössen werden hier nicht oder nur selten in m² angegeben, sondern haben meist nur die Angaben für die Anzahl der Schlafzimmer, Bäder und Stellplätze. Eine amerikanische Küche (Kombination aus Wohnzimmer und Küche) ist meist der Standard. Das Wohnzimmer wird bei der Angabe der Zimmer ausgeklammert, so dass in unserem Fall eher von 2,5 Zimmern die Rede ist.
Die Preisangaben sind die Mietpreise pro Woche und enthalten die Nebenkosten für Warm- und Kaltwasser. Strom, Telefon und Gas werden extra berechnet, bei der Anmeldung helfen Agenturen kostenlos weiter. Man kann sein Schicksal und die Preisgestaltung aber auch selber in die Hand nehmen. Unser Anbieter TRU verlangt für die kw/h Strom in etwa halb so viel von dem, was es uns in Deutschland kosten würde. Ähnliches für das Gas. Da Australien eigene Vorkommen an Öl, Gas und Kohle hat, ist die Versorgungslage hier recht stabil und vor allem unabhängig von anderen – instabilen – Staaten.
Für Telefon und Internet empfiehlt sich die folgende Webseite:
www.broadbandguide.com.au. Dort findet man alle Anbieter und Pakete und kann sich ein entsprechendes Paket heraussuchen. Günstig ist z.B. Dodo, der Branchenriese (vgl. Telekom) ist Telstra. Einen DSL Anschluss gibt es auch hier nicht ohne dazugehörigen Telefonanschluss. Wer darauf verzichten will kann es mit kombiniertem Kabel und DSL oder einem Internetzugang über das Mobilfunknetz probieren (“3″ – Three – hat ziemlich gute Preise, aber zum Teil Probleme mit der Netzabdeckung und dadurch der Verbindungsqualität).
Wer eine gut eingerichtete 2-Schlafzimmer-Wohnung mit einem Bad in den Eastern Suburbs sucht, muss ungefähr mit 400-500$ pro Woche rechnen. Dazu Quartalsabrechnungen für Gas und Strom um die 200-300$. Für den Telefonanschluss bei Dodo inkl 10GB Datentransfer über ADSL2+ (bis zu 22Mbit/s im Download und 1Mbit7s im Upload) bezahlen wir 62$ pro Monat.
Die Mietpreise sind von verschiedenen Faktoren abhängig: der Lage, der Zimmeranzahl und des Komforts. Je zentraler die Wohnung liegt, desto teurer wird sie sein, wobei Zentrum in diesem Fall die Gegend um die Bucht ist. Sydney an sich erstreckt sich über 100km in der Nord-Süd-Ausdehnung und hat mit seinen Suburbs eine ungeheure Fläche. Verständlicherweise ist das Leben dort etwas günstiger als im Zentrum. Einen guten Überblick bieten diese beiden Webseiten.
Über eine persönliche Besichtigung geht natürlich nichts, denn teilweise täuscht die professionelle Aufmachung von Anzeigen über die tatsächlichen Umstände hinweg. Und zum Teil sind Adressen die bei der rein auswertenden Betrachtung (z.b. maps.google.com.au) der Lage gut abschneiden, nur eher bescheidene Wohngebiete. So sind z.B. einige Gegenden in Bondi Beach wahre Durchzugsparadiese. Alle 6-12 Monate kommt ein neuer Backpacker, um die Wohnung – die so toll in Strandnähe liegt – zu beziehen. Dass sich da niemand wirklich verantwortlich fühlt ist der Qualität natürlich nicht zuträglich. Aber wie immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Andere bleiben bei der Nähe zu den vielen Strassen völlig unberührt, ich bekäme dort wahrscheinlich kein Auge zu. Diese und andere Prämissen kann man nur durch Vor-Ort-Besichtigungen prüfen.
Die internationalsten Gegenden sind Bondi Beach und die umgebenden Gebiete Bondi, Bondi Junction, North Bondi usw. durch ihre Nähe zum Ozean. Des weiteren sind die Gebiete um die Universitäten von vielen verschiedenen Nationen besiedelt. Je weiter in die Suburbs, umso ursprünglicher wird es mit der Bevölkerung. Wobei das die wirklichen Ureinwohner, die Aborigines, ausschliesst. Eine weitere Bevölkerungsgruppe, die Juden, haben sich in den Gebieten um Bondi, Rose Hill, Bellevue Hill usw. angesiedelt. So wohnen auch wir in einer jüdischen Nachbarschaft. Schön wenn man die Kinder auf der Strasse mit ihrer Kippa herumrennen und Cricket spielen sieht. Das stimmt einen nachdenklich, dass sich solche Szenen wohl kaum mehr in Deutschland abspielen werden.
Fast alle Immobilien werden hier von Agenturen gehandelt, zu den grössten und bekanntesten gehören LJHooker und Ray White, aber auch einige andere, zum Teil spezialisiert auf bestimmte Lagen (z.B. Laing+Simmons für Bondi Beach) oder Preisniveaus.