australische Insekten u ein bißchen Rugby
… ein kurzer Lehrvortrag von Carmen Reinicke
Auf der einen Seite steht die Theorie – es gibt in Australien die meisten tödlichen Tierarten. Interessierte Leser können hierzu gern die Website des Auswärtigen Amtes hinzuziehen. Dort kann man auf etwa 50 DIN-A4-Seiten alles nachlesen. Ich habe diese Seiten vorerst nur abgespeichert, noch nicht gelesen. U ich denke, ich belasse es dabei u lebe dadurch ruhiger. ![]()
Die Praxis des Aufeinandertreffens von Mensch u Tier sieht zB so aus: Beginnend mit dem Einzug in unsere Wohnung waren die ersten beiden “Besucher” zwei Motten. Großherzig aufgenommen verbrachten wir ein paar gemütliche Tage miteinander. Ich beschloß, allen “Gästen” dem Alphabet folgend Namen zu geben. Die beiden Motten wurden also auf Alwin u Bert getauft. Der nächste “Besucher” kam einen Tag später, kurz bevor Kathrin bei uns eintraf. Daniel war auf dem Weg zur Bushaltestelle, damit die Kathrin sich auch gar nicht verlaufen konnte. Ich war demzufolge allein zH. Gerade wollte ich eine heimelige Beleuchtung einschalten, da sehe ich etwas über den Teppich flitzen … Eine Kakerlake! Amerikanische Größe! (Das entspricht etwa 5-6 cm Körperlänge.) Nun gut dachte ich mir. Schritt 1: Namensgebung -> Claudius, war rasch erledigt. Schritt 2: Claudius einfangen, dauerte schon etwas länger. Der Kleine hatte ganz schön Panik u versteckte sich dauernd unter meinem Koffer. Nach ca 47 sec stülpte ich ein Glas über ihn. Ja, ich gebe zu, ich bin etwas garstig. Ich genoß erstmal den Kreisellauf, den Claudius im Glas aufführte. Dann ließ ich ihn stehen, damit Daniel u Kathrin auch noch ihre Freude an ihm haben konnten. Daniel zückte nach kurzer Zeit die ultimative Waffe u dieselte die Kakerlake mit ca 2 Liter Insektenspray ein. Dann hieß es Deckel drauf u abwarten. Laßt Euch gesagt sein, daß Kakerlaken ziemlich robuste Tierchen sind. In Spanien (bei meiner Anita) haben wir sie immer im kochend heißen Wasser ertränkt. Auf jeden Fall auch eine wirksame Methode. [Vielleicht sollte ich Kammerjäger werden.
] Am nächsten Morgen, nachdem jeder von uns dreien immer mal wieder heftig das Glas geschüttelt hatte, war Claudius definitiv tot. U hatte ein Bein verloren, das lose neben ihm im Glas lag.
Da er vermutlich durch die nicht gerade kleine Ritze unter der Balkontür eingetreten ist, haben wir diese seit dem verschlossen u noch keine weiteren Kakerlaken gesichtet.
Dafür weitere Motten. U zwar so dermaßen viele, daß ich sie von der Namensgebung ausschließen mußte. Unser Alphabet hat schließlich nur 26 Buchstaben. (Vielleicht sollte ich das russsische dazunehmen.) Zuerst waren es gefühlte fünf. Man sieht sie ja nicht alle. Nachdem wir in der Woche schon mal zwölf aufgesaugt hatten, waren es am Fr ungefähr 30 – u das war dann nicht mehr hinnehmbar! Also zogen wir wie der Terminator mit dem Sauger bewaffnet durch die Wohnung u saugten u saugten u saugten sie alle ein. Nach vollbrachter Tat setzten wir uns auf die Couch, um festzustellen, daß nach fünf min schon wieder einige durch´s Zimmer flatterten. Wut flammte auf. Wir mußten annehmen, daß sie sich offensichtlich (wir hatten natürlich längst alle Fenster u Türen geschlossen) durch die Lüftungsschlitze reinschmuggelten. Davon haben wir genau fünf in der Wohnung. Sie wurden kurzerhand mit Papier zugeklebt. Selbstverständlich nur provisorisch. Zu unserer Beruhigung hörten wir am WE, daß die Motten jedes Jahr von Queensland, wo es sehr heiß wird, in den Süden ziehen, wo es etwas kühler ist. Dieses Jahr stand der Wind so ungünstig, daß die Schwärme nach Sydney getragen wurden. Von den vielen bunten Lichtern begeistert, sind die Motten dann eben vorerst hiergeblieben. Das dauert aber nur noch 3-4 Wochen an u wir haben wieder unsere Ruhe. O bekommen dann andere Insektenarten. Mal schauen.
Soviel zur Fauna des Landes. Ansonsten hatten wir ein sehr schönes WE. Ich habe am Fr Spongebob für die Wii bekommen. (Ja, der Daniel ist ein sehr aufmerksamer Freund!) Wir waren dann gegen drei Uhr im Bett, hatten aber ein Level durch.
Sa Abend ging´s ins Pub um die Rugby-WM, im Speziellen das Spiel Australien gegen die Bastarde … äh England anzusehen. Mit uns waren Greg, einige seiner Freunde u viele Bier- u GinTonic-Gläser.
Australien hat verloren.
Dabei hätte nur noch ein gut platzierter Kick gefehlt. Die Punkteregelung habe ich schon drauf, die anderen 82 Regeln kenne ich vielleicht schon bis zur nächsten WM.
Im übrigen ist es ein sehr lustig anzuschauendes Spiel. Wenn der Mann mit dem Ball nämlich zu Boden geworfen wird u 20 andere auf ihn springen, muß der Ball nach hinten weg herausgerollt werden u darf erst dort vom Mitspieler genommen werden. Durch das hinten Rausrollen u die Form des Balles sieht das aus wie ein Hühnchen, das ein Ei legt. Nur trägt dieses Hühnchen ein Trikot.
U um es mit Bugs Bunnys Worten zu sagen: That´s all, folks!